On Saturday, I went watching the Watchmen. What was I supposed to expect of a movie-adaptation which wasn’t only based on a rather unpopular and seemingly pretty trashy comic but has already two failed attempts in the last ten years? Obviously, nothing more than some good laughs of mockery with the help of a few cans of beer. So let’s rather say that I went drinking in the cinema.
However, out of this my initial attitude I was surprised about the movie all the more. In fact, I was delighted. Now, don’t get me wrong! I wasn’t delighted by the characters. There were way too many of them in order to make a decent picture of them. Anyway, the director didn’t really seem to care about a profound characterization of all those “super-heros” anyway. The bad actors did the rest. Neither was I delighted by the camera and sound. The shots were too much “inspired” by movies like “Sin City” and the music, well … I think it says everything when I reveal that Nena’s “99 Luftballons” is played in one action scene. Not even the story did any good: It took ages to realize that the movie plays in alternative historical dimension of the 1980’s where Nixon was just elected for president for the third time and the “doom’s day clock” for nuclear war was set four minutes before midnight.
No, I was delighted by the way the director managed to lure comic-fans into the cinemas to confront them with a basic introduction into socio-philosophical concepts of the 20th century! And how much this movie ended up being philosophical! Basically, the characters all represented different views on society and subsequent concepts for social organization: There’s Ozymandias, allegedly the most intelligent man on earth, who doesn’t care about individual destinies but just “the greater good” – the perfect image of utilitarianism. There’s Rorschach, the Irish-looking small guy with a horrible childhood who is only concerned about justice and therefore would never want to compromise for any “greater good”. There’s Dr. Manhattan whose condition made him transcend humanity to such an extent that he sees how insignificant human existence, life in general, is anyway: What’s the big deal if mankind would vanish anyway? There’s no big difference between the constantly reproducing cycle of life that in the end, stands still and doesn’t change anything and dead space. And there’s the Comedian who’s turned completely cynical and just laughs at humanity’s dilemma. (There’s also Nite Owl and Silk Spectre which either should contribute some emotional view on the whole question or just add in some erotic.)
It’s interesting to observe how those different views of members of a former team clash together in the last third of the movie – after the first half-time was mostly spent on drawing up the Comedian’s life-history and view on the world and in the beginning of the second half, the nerdy audience was put off with some action: How a “miracle”, a phenomenon that couldn’t be explained logically by Dr. Manhattan made him abandon his indifferent view on life, how Ozymandias’ success in uniting the world made most “super-heros” give up their principles of justice and how they became even ready to kill their former comrades for the sake of peace.
Just as much as all those “super-heros” don’t have any real “super powers” (unfortunately with Dr. Manhattan as the big exception), they don’t really stick to any principles in the prospect of success and are even ready to kill each other and deny themselves.
Of course, just as much as the characters and story are superficial, those philosophical discussions remain rather basic. That doesn’t make it any less valuable, though, as it may inspire people with less interest in philosophy to sort out those ideas and get a comprehensive picture of them themselves. Let’s just hope that the movie manages to succeed in this plan and not to fail like his predecessors in movies, namely “The Matrix: Reloaded” and the two final episodes of the series “Neon Genesis Evangelion”, as well as games, “Deus Ex: Invisible War” and the killing of Andrew Ryan in “Bioshock” in particular.
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Monday, 16 March 2009
Sunday, 8 February 2009
A comprehensive discussion
This is somewhat an appendix to the previous entry about language as the final frontier of my concept of system-extrinsic criticism. It's in German but I guess even if I tried to translate it into English, I wouldn't manage to get across all the minor tweaks and points in the argumentation.
Karakasa : Wie darf ich deinen Statustext "rocking concepts!" verstehen?
Lilith : das bezieht sich eigentlich darauf den geist flexibel zu halten..
Karakasa : Im Sinne von shaking concepts?
Karakasa : Interessant.
Lilith : ja aber noch ein bisschen zielgerichteter nich ganz so zufällig
Lilith : und spielerisch
Karakasa : Was konkret?
Lilith : ..sich seine realität zu erschaffen
Lilith : und zwar eher so dass man leichter damit umgehen kann
Karakasa : Ein überaus pragmatischer Schluss. Ich muss gestehen, dass ich sowohl von deiner Idee als auch deiner Wortwahl verblüfft bin - weil sie genau auf meine Lieblingsbeschäftigung zutrifft.
Karakasa : Und nein, ich trage hier nichts dick auf.
Lilith : ok wie genau sieht deine lieblingsbeschäftigung aus?
Karakasa : Ein Blog wider die normativen Konzepte, die den Menschen so leicht im Kleingeist verfängt.
Lilith : ok
Karakasa : Eine konsequente systemkritische Denkhaltung mit dem einzigen Theorem, kein Theorem zu haben. ^_^
Lilith : und ganz schön viel zu lesen..
Karakasa : Das verlange ich dir auch nicht ab.
Lilith : haha aber ich glaube nach meinen prüfungen schau ich mir das nochmal genauer an
Karakasa : Ich würde mich geehrt fühlen.
Karakasa : Vor allem um jeden kritischen Einwand.
Karakasa : Im Endeffekt ist doch die ganze Sache nur ein einzig grosses Signal, gleichgesinnte Menschen zu finden.
Lilith : ok und funktionirt?
Lilith : e
Karakasa : Mein Club der Pfirsiche ohne Haut wächst mit jedem Jahr. ^_^
Karakasa : Inzwischen zählt er etwa fünf Leute, denke ich. :P
Lilith : ok hat also noch potential
Lilith : echt erstaunlich was so ein lerntag anrichtet
Lilith : ja aber heute gings um inneratomare zusammenhänge und quantenphysik
Karakasa : Da dürfte ich wohl nicht mehr mithalten können.
Lilith : das war wirklich teilweise fesselnd
Karakasa : Wieviel die Wissenschaft ohne kaum irgendwelche Evidenz etwas zusammenzudichten vermag?
Lilith : ja aber lauter spannende konzepte
Karakasa : Also die biblische Entstehungsgeschichte klingt für mich auch ganz schön spannend.
Karakasa : Weltenbäume und Fluten, Migrationen und Kriege.
Lilith : ja neulich ist mir erst die bedetung von'am anfang war das wort' klargeworden
Karakasa : Ob da S- und P-Wolken ohne irgendwelche plausible Erklärung mithalten Karakasa : :P
Karakasa : Da hast du mich gerade auch erleuchtet. :P
Lilith : nein aber das hat auch wenig mit entstehung der dinge zu tun
Lilith : oh
Karakasa : Dem wird übrigens auch noch mein letzter Eintrag des Blogs gewidmet sein.
Karakasa : Danke, dass du dem gerade einen Titel zugefügt hast: Sprache als die letzte, unüberwindliche Theorie im Denken des Menschen.
Lilith : ich meinte das nur begrenzt im bezug auf sprache als laut
Lilith : eher in form von begriffen
Karakasa : Wie meinst du?
Lilith : man könnte sagen am anfang der existenz der dinge steht ein begriff
Lilith : eine zuschreibung
Karakasa : Hehehe, was für ein Zufall, dass du in Freiburg lebst. :P
Lilith : oh?
Karakasa : Und ich gehe einen Schritt weiter und sage, dass der Begriff etwas ins Leben ruft, die Existenz erst bestimmt.
Karakasa : Na Heidegger! :P
Lilith : ja
Karakasa : Wir können schlichterdings nicht über etwas denken, wofür wir kein Wort haben.
Lilith : zumindest aus dem standpunkt einer subjektiven realität
Karakasa : Sprache determiniert die Formen und Grenzen unseres Denkens.
Karakasa : Im Grunde gesteht selbst Platon die Subjektivität der Realität ein.
Lilith : hm ich würde immer noch sagen dass man auch einen begriff von etwas haben kann ohne es in worte zu fassen
Karakasa : Wer will das noch bestreiten?
Karakasa : Vielleicht nicht in eines.
Lilith : wie könnte der mensch sonst überhaupt sprechen lernen?
Karakasa : Ich denke aber auch, dass es gerade dieses "Unbeschreibliche" ist, das uns beim Denken Schwierigkeiten bereitet, gerade, weil wir es noch nicht "fassen" können.
Lilith : ja und höchstwahrscheinlich gibt es mehr un als beschreibliches
Karakasa : Ich glaube eher, dass es nichts anderes als das Beschriebene gibt.
Lilith : konventionell betrachtet sicher nicht
Karakasa : Sonst bist du doch inkonsequent und gehst wiederum davon aus, dass es eine "objektive" Realität gibt.
Lilith : innerhalb der konzepte
Lilith : nicht eine realität eher eine nichtrealität
Karakasa : Meine Theorie steht da auf wackligen Füssen. Ich gestehe.
Karakasa : Aber etwas, das auch ohne Wahrnehmung existiert, ja?
Karakasa : Etwas, auf das der Mensch einfach noch nicht aufmerksam geworden ist.
Lilith : nichtexistiert
Karakasa : Das wird mir jetzt zu metaphysisch.
Karakasa : Was verstehst du unter der Nichtrealität?
Lilith : ja ich bin mir auch nicht so ganz sicher aber ich werde dem noch nachgehen
Karakasa : Ich beginne, über die Welt immer mehr wie die Schaffer der Welten von Uru zu denken: Ein schwarzes Nichts, in das wir unsere Feder setzen und plötzlich Formen und Gestalten herauszeichnen.
Karakasa : Das erinnert mich wieder an das Sprichwort "All matter is void.". Es existiere also gar nichts wirklich.
Lilith : aber dann müssten wir ja einen freien willen haben
Karakasa : Den hätten wir ja auch. Aber wir lassen uns von den Konzepten einschränken.
Karakasa : Um Sicherheit zu erlangen.
Karakasa : Kennst du Neon Genesis Evangelion, ja, den Anime.
Lilith : hm und was sagst du zu diesen experimenten mit den nervenzellen
Karakasa : Vielleicht könnten wir fliegen, wenn wir nicht an die Schwerkraft glauben würden.
Karakasa : Welche?
Lilith : also kein freier wille sondern ein freier unwille
Karakasa : Das ist wunderschön formuliert.
Lilith : dass eine nervenzelle ein signal schon sendet bevor wir uns überhaupt bewusst entschieden haben
Lilith : nein kenn ich nicht
Karakasa : Neon Genesis Evangelion ist so ein stupider Actiontrickfilm, der aber gegen Ende plötzlich tief philosophisch wird und die Psyche des Menschen hinterfragt. Im Kern will der Film (meines Erachtens) sagen, dass wir uns die Welt selbst zusammenreimen, ja dass wir selbst nichts als Spiegelbilder im Kontakt und Austausch mit anderen Menschen sind. Unsere Identität, unser Selbstbewusstsein ist das Resultat von Interaktionen zwischen Menschen. Selbstverständlich muss so eine Interaktion auf einem gemeinsamen Code basieren. Das sind die Grenzen der Identität. Der Anime bringt da Beispiel wie die Schwerkraft, etc. an.
Lilith : das hört sich relativ glaubwürdig an
Karakasa : Bezüglich der Nervenzellen muss ich sagen, dass ich meine These nur damit verteidigen könnte, dass die Registrierung unseres Entscheides länger gedauert hat als die Registrierung des Signals selbst, also ein Messfehler besteht, wie beim Experiment mit dem Licht, das durch ein Loch scheinen sollte, aber überall durch die Wand scheint.
Lilith : ja vielleicht
Lilith : oder aber dass wir unterbewusst entscheidungen gemäß unserer gewohnheit -sozialisation treffen
Karakasa : So glaubwürdig sich das auch anhören dürfte, würde es radikale Konsequenzen haben: Unser höchstes Gut, das Bewusstsein unseres Lebens, gehört nicht uns selbst.
Karakasa : Und wer hat die Sozialisierung eingeleitet?
Lilith : deshalb haben wir ja den freien unwillen
Karakasa : Sprichst du mit anderen Leuten über solche Dinge?
Lilith : du meinst den messfehler?
Lilith : ja
Lilith : ziemlich viel sogar
Lilith : haha
Lilith : ja deshalb die pfirsiche..
Karakasa : Genau.
Karakasa : Willkommen in meinem Club.
Lilith : ok
Karakasa : Mit der Wortwahl habe ich mich mit keinem bisher so getroffen.
Karakasa : Und die Worte bestimmen ja gerade die Denkweise.
Karakasa : Ob das am Freiburger Umfeld liegt? Ich habe mich nämlich auch bei Heidegger und seiner Neuerfindung der Sprache wiedergefunden. ^_^
Lilith : vielleicht..
Karakasa : Erlaubst du mir, den unpersönlichen Teil unseres Gespräches zu speichern?
Lilith : ich hab meine ideen eher aus der quantenphysik,sprachwissenschaft psychologie und der buddhistischen philosophie
Lilith : ja klar
Karakasa : Genauso ich.
Karakasa : Wie darf ich deinen Statustext "rocking concepts!" verstehen?
Lilith : das bezieht sich eigentlich darauf den geist flexibel zu halten..
Karakasa : Im Sinne von shaking concepts?
Karakasa : Interessant.
Lilith : ja aber noch ein bisschen zielgerichteter nich ganz so zufällig
Lilith : und spielerisch
Karakasa : Was konkret?
Lilith : ..sich seine realität zu erschaffen
Lilith : und zwar eher so dass man leichter damit umgehen kann
Karakasa : Ein überaus pragmatischer Schluss. Ich muss gestehen, dass ich sowohl von deiner Idee als auch deiner Wortwahl verblüfft bin - weil sie genau auf meine Lieblingsbeschäftigung zutrifft.
Karakasa : Und nein, ich trage hier nichts dick auf.
Lilith : ok wie genau sieht deine lieblingsbeschäftigung aus?
Karakasa : Ein Blog wider die normativen Konzepte, die den Menschen so leicht im Kleingeist verfängt.
Lilith : ok
Karakasa : Eine konsequente systemkritische Denkhaltung mit dem einzigen Theorem, kein Theorem zu haben. ^_^
Lilith : und ganz schön viel zu lesen..
Karakasa : Das verlange ich dir auch nicht ab.
Lilith : haha aber ich glaube nach meinen prüfungen schau ich mir das nochmal genauer an
Karakasa : Ich würde mich geehrt fühlen.
Karakasa : Vor allem um jeden kritischen Einwand.
Karakasa : Im Endeffekt ist doch die ganze Sache nur ein einzig grosses Signal, gleichgesinnte Menschen zu finden.
Lilith : ok und funktionirt?
Lilith : e
Karakasa : Mein Club der Pfirsiche ohne Haut wächst mit jedem Jahr. ^_^
Karakasa : Inzwischen zählt er etwa fünf Leute, denke ich. :P
Lilith : ok hat also noch potential
Lilith : echt erstaunlich was so ein lerntag anrichtet
Lilith : ja aber heute gings um inneratomare zusammenhänge und quantenphysik
Karakasa : Da dürfte ich wohl nicht mehr mithalten können.
Lilith : das war wirklich teilweise fesselnd
Karakasa : Wieviel die Wissenschaft ohne kaum irgendwelche Evidenz etwas zusammenzudichten vermag?
Lilith : ja aber lauter spannende konzepte
Karakasa : Also die biblische Entstehungsgeschichte klingt für mich auch ganz schön spannend.
Karakasa : Weltenbäume und Fluten, Migrationen und Kriege.
Lilith : ja neulich ist mir erst die bedetung von'am anfang war das wort' klargeworden
Karakasa : Ob da S- und P-Wolken ohne irgendwelche plausible Erklärung mithalten Karakasa : :P
Karakasa : Da hast du mich gerade auch erleuchtet. :P
Lilith : nein aber das hat auch wenig mit entstehung der dinge zu tun
Lilith : oh
Karakasa : Dem wird übrigens auch noch mein letzter Eintrag des Blogs gewidmet sein.
Karakasa : Danke, dass du dem gerade einen Titel zugefügt hast: Sprache als die letzte, unüberwindliche Theorie im Denken des Menschen.
Lilith : ich meinte das nur begrenzt im bezug auf sprache als laut
Lilith : eher in form von begriffen
Karakasa : Wie meinst du?
Lilith : man könnte sagen am anfang der existenz der dinge steht ein begriff
Lilith : eine zuschreibung
Karakasa : Hehehe, was für ein Zufall, dass du in Freiburg lebst. :P
Lilith : oh?
Karakasa : Und ich gehe einen Schritt weiter und sage, dass der Begriff etwas ins Leben ruft, die Existenz erst bestimmt.
Karakasa : Na Heidegger! :P
Lilith : ja
Karakasa : Wir können schlichterdings nicht über etwas denken, wofür wir kein Wort haben.
Lilith : zumindest aus dem standpunkt einer subjektiven realität
Karakasa : Sprache determiniert die Formen und Grenzen unseres Denkens.
Karakasa : Im Grunde gesteht selbst Platon die Subjektivität der Realität ein.
Lilith : hm ich würde immer noch sagen dass man auch einen begriff von etwas haben kann ohne es in worte zu fassen
Karakasa : Wer will das noch bestreiten?
Karakasa : Vielleicht nicht in eines.
Lilith : wie könnte der mensch sonst überhaupt sprechen lernen?
Karakasa : Ich denke aber auch, dass es gerade dieses "Unbeschreibliche" ist, das uns beim Denken Schwierigkeiten bereitet, gerade, weil wir es noch nicht "fassen" können.
Lilith : ja und höchstwahrscheinlich gibt es mehr un als beschreibliches
Karakasa : Ich glaube eher, dass es nichts anderes als das Beschriebene gibt.
Lilith : konventionell betrachtet sicher nicht
Karakasa : Sonst bist du doch inkonsequent und gehst wiederum davon aus, dass es eine "objektive" Realität gibt.
Lilith : innerhalb der konzepte
Lilith : nicht eine realität eher eine nichtrealität
Karakasa : Meine Theorie steht da auf wackligen Füssen. Ich gestehe.
Karakasa : Aber etwas, das auch ohne Wahrnehmung existiert, ja?
Karakasa : Etwas, auf das der Mensch einfach noch nicht aufmerksam geworden ist.
Lilith : nichtexistiert
Karakasa : Das wird mir jetzt zu metaphysisch.
Karakasa : Was verstehst du unter der Nichtrealität?
Lilith : ja ich bin mir auch nicht so ganz sicher aber ich werde dem noch nachgehen
Karakasa : Ich beginne, über die Welt immer mehr wie die Schaffer der Welten von Uru zu denken: Ein schwarzes Nichts, in das wir unsere Feder setzen und plötzlich Formen und Gestalten herauszeichnen.
Karakasa : Das erinnert mich wieder an das Sprichwort "All matter is void.". Es existiere also gar nichts wirklich.
Lilith : aber dann müssten wir ja einen freien willen haben
Karakasa : Den hätten wir ja auch. Aber wir lassen uns von den Konzepten einschränken.
Karakasa : Um Sicherheit zu erlangen.
Karakasa : Kennst du Neon Genesis Evangelion, ja, den Anime.
Lilith : hm und was sagst du zu diesen experimenten mit den nervenzellen
Karakasa : Vielleicht könnten wir fliegen, wenn wir nicht an die Schwerkraft glauben würden.
Karakasa : Welche?
Lilith : also kein freier wille sondern ein freier unwille
Karakasa : Das ist wunderschön formuliert.
Lilith : dass eine nervenzelle ein signal schon sendet bevor wir uns überhaupt bewusst entschieden haben
Lilith : nein kenn ich nicht
Karakasa : Neon Genesis Evangelion ist so ein stupider Actiontrickfilm, der aber gegen Ende plötzlich tief philosophisch wird und die Psyche des Menschen hinterfragt. Im Kern will der Film (meines Erachtens) sagen, dass wir uns die Welt selbst zusammenreimen, ja dass wir selbst nichts als Spiegelbilder im Kontakt und Austausch mit anderen Menschen sind. Unsere Identität, unser Selbstbewusstsein ist das Resultat von Interaktionen zwischen Menschen. Selbstverständlich muss so eine Interaktion auf einem gemeinsamen Code basieren. Das sind die Grenzen der Identität. Der Anime bringt da Beispiel wie die Schwerkraft, etc. an.
Lilith : das hört sich relativ glaubwürdig an
Karakasa : Bezüglich der Nervenzellen muss ich sagen, dass ich meine These nur damit verteidigen könnte, dass die Registrierung unseres Entscheides länger gedauert hat als die Registrierung des Signals selbst, also ein Messfehler besteht, wie beim Experiment mit dem Licht, das durch ein Loch scheinen sollte, aber überall durch die Wand scheint.
Lilith : ja vielleicht
Lilith : oder aber dass wir unterbewusst entscheidungen gemäß unserer gewohnheit -sozialisation treffen
Karakasa : So glaubwürdig sich das auch anhören dürfte, würde es radikale Konsequenzen haben: Unser höchstes Gut, das Bewusstsein unseres Lebens, gehört nicht uns selbst.
Karakasa : Und wer hat die Sozialisierung eingeleitet?
Lilith : deshalb haben wir ja den freien unwillen
Karakasa : Sprichst du mit anderen Leuten über solche Dinge?
Lilith : du meinst den messfehler?
Lilith : ja
Lilith : ziemlich viel sogar
Lilith : haha
Lilith : ja deshalb die pfirsiche..
Karakasa : Genau.
Karakasa : Willkommen in meinem Club.
Lilith : ok
Karakasa : Mit der Wortwahl habe ich mich mit keinem bisher so getroffen.
Karakasa : Und die Worte bestimmen ja gerade die Denkweise.
Karakasa : Ob das am Freiburger Umfeld liegt? Ich habe mich nämlich auch bei Heidegger und seiner Neuerfindung der Sprache wiedergefunden. ^_^
Lilith : vielleicht..
Karakasa : Erlaubst du mir, den unpersönlichen Teil unseres Gespräches zu speichern?
Lilith : ich hab meine ideen eher aus der quantenphysik,sprachwissenschaft psychologie und der buddhistischen philosophie
Lilith : ja klar
Karakasa : Genauso ich.
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